Innenbordmotoren

Der Daimler-Benzinmotor war der erste brauchbare Bootsmotor. Auf ihn lassen sich alle anderen Bootsmotoren jener Zeit zurückführen. Er verdankt sein geringes Eigengewicht hauptsächlich seiner hohen Umdrehungszahl. Für Sportboote kommt heute vor allem der Benzinmotor wegen seines leichten Gewichts, seiner stetigen Betriebsbereitschaft und seiner einfachen Bedienung zum Einsatz.

Die Arbeitsweise des Daimler-Benzinmotors war die erstmalig angewandte Viertaktmethode. Merkwürdigerweise hat das Zweitaktsystem im Bootsbau keinen nennenswerten Eingang gefunden, obwohl der Zweitakt-Motor bei gleichem Hubvolumen theoretisch annähernd die doppelte Leistung abgibt wie der Viertaktmotor.

Die ersten Benzinmotoren waren bereits wesentlich leichter als eine gleichstarke Dampfmotorenanlage nebst Kessel und Zubehör. Noch im Jahre 1910 war ein Gewicht von 30 bis 40 kg je PS durchaus üblich. Dementsprechend besaßen diese Motorboote eine verhältnismäßig hohe Verdrängung und eine Spantform, die sich der der Barkassen annäherte.

Beobachtungen an Stufenbooten in voller Fahrt, ergaben bald, daß der Rumpf das Wasser fast ganz verläßt. Es beträgt also die Wasserverdrängung in voller Fahrt nur einen geringen Bruchteil der Verdrängung der Ruhelage. Den zusätzlichen Auftrieb liefern hydrodynamische Kräfte des Wassers. Diese Entdeckung war sicher der größte Fortschritt in der Entwicklung der Motorboote.

Die schnellsten Gleitboote verdrängen kein Wasser mehr, da der mit riesiger Geschwindigkeit über das Wasser gleitende, schräg gestellte, flache Boden dem Wasser gar keine Zeit zum Ausweichen läßt. Das Wasser reagiert auf den Bodendruck des Bootskörpers erst, nachdem dieser bereits weitergeeilt ist.

Der Rückblick zeigt: immer leichtere, stärkere Benzinmotoren haben die konstruktive Ausbildung und die Linienführung des motorisierten Sportbootes maßgebend beeinflußt