Beplankte Boote

Die Anfänge der Klinkerbauweise liegen schon weit zurück: bereits die berühmten Langboote der Wikinger waren geklinkert. Diese befanden sich auf einem sehr hohen Entwicklungsstand, deshalb ist davon auszugehen, dass geklinkerte Boote bereits viel früher gebräuchlich waren. Einer relativ jungen Theorie zufolge verdanken die Wikinger zumindest einen Teil ihrer Bootsbaukunst den Samen, die bereits leistungsfähige Flußboote fertigten. Die Ursprünge der Klinkerbauweise sind wohl bei den beplankten Booten zu finden, die in der Alten Welt sehr verbreitet waren. Doch aus der Neuen Welt sind ebenfalls Plankenboote, die "Tiat", bekannt. Sie wurden von den Chumash-Indianern in Südkalifornien verwendet.

Beim Bau der Kanus in Nordamerika gingen die übergesiedelten Europäer verstärkt dazu über, die knapper werdende Birkenrinde im Kanubau zu ersetzen. Da die Form und Leichtbauweise der Rindenkanus sehr geschätzt waren, wurden diese von den weißen Einwanderern übernommen. Nunmehr wurden dünne Holzplanken und -rippen zu einem selbsttragenden Bootskörper verbunden und mit beschichtetem Baumwollgewebe überzogen: das Wood & Canvas Canoe war entstanden. Dieses blieb in Nordamerika über einen langen Zeitraum hinweg ohne nennneswerte Konkurrenz.

Durch die hohe Produktionsrate bedingt, ging man später vermehrt zur Bootsherstellung mittels großen industriellen Holzbearbeitungsmaschinen über. Diese erlaubten auch ein höheres Fertigungsniveau. So kamen nun auch Kanus in einer "Ship-Lap" (Stufenfalz) genannten Bauweise der Planken auf den Markt. Diese Kanus wurden nach wie vor mit Rippen und oft auch mit einem Innenkiel gebaut. Mittlerweile avancierte das Kanu zu einem geschätzten Begleiter in der Freizeit.

Mit der Einführung moderner Kunststoffe wurde immer häufiger die Leistenbauweise angewandt. Konkav/konvex gefräste Leisten ermöglichen eine winkelunabhängige saubere Passung und eine ebene Oberfläche. Dichtigkeit und zusätzliche Steifigkeit erreicht man - wie auch bei aus Sperrholzplanken zusammengehefteten Booten - durch beidseitiges Aufbringen eines Verbundwerkstoffes aus Glasgewebe und einem Kunststoff.