Rundboot - Korbboot - Bullboat - Lederboot - Fellboot - Kajak - Baidara - Umiak - Baidarka

Das Grundprinzip ist ein aus Ästen, Treibholz, Weidenruten u. ä. geflochtenes, rundes oder längliches Bootsgerüst. Da das Flechtwerk nicht wasserdicht wird, erfolgt entweder ein Überzug durch Häute oder Felle oder ein Abdichten mit harzigen Stoffen bzw. Ton. Infolge seiner einfachen Bauweise und der verfügbaren Sträucher und Häute entwickelte sich sehr frühzeitig das Korbboot gleichzeitig in verschiedenen Gebieten der Erde.

In Vorderasien und im Irak wurden sowohl lederbezogene Boote als auch mit Naturasphalt abgedichtete Korbboote sehr frühzeitig verwendet. In der Nähe des Persischen Golfes waren auch längliche Korbboote bekannt. Von den Mongolenzügen ist ebenfalls bekannt, daß die Krieger lederüberzogene kleine Boote mitführten. In Südtibet bestand das Rundkorbgeflecht aus Fichtenzweigen und wurde mit Yakhäuten überzogen. Aus dem Vietnam ist ein altertümliches Korbboot aus Bambusstreifengeflecht mit lehmähnlicher lnnenabdichtung bekannt, mit dem die "boat people" aus dem Einflußbereich des Sozialismus in die ehem. britische Kronkolonie Hongkong geflohen sind.

Die runden oder ovalen, aus Weidengeflecht bestehenden Korbboote der Nordamerikaner wurden vorwiegend mit Bisonhäuten überzogen und daher "Bullboat" genannt. In Südamerika entstanden nach Einführung der Rinderzucht ähnliche Boote unter der Bezeichnung "Pelota ".

Die Kelten nannten ihre fellüberzogenen Korbboote "curiogle". Die bis in die Neuzeit in Schottland und Wales verwendeten Coracles werden vorwiegend unter Verwendung von Roß- oder Jungochsenleder gebaut. Größere Boote dieser Art waren auch in Skandinavien und bei den Normannen unter der Bezeichnung "cyule", "ceol" bekannt.

Auch die gedeckten Kajak (Jagdboote) und die offenen Umiak (Frauenboote) der Inuit gehören zu den haut- und fellbezogenen Booten, die bis in die neuere Zeit verwendet werden. Sie bestehen jedoch nicht aus Korbgeflecht, sondern aus einem leichten Spantengerüst aus Treibholz.