Das Kajak - Jagdboot oder Sportgerät?
Jagdboot der Polargebiete Amerikas und Grönlands, im nordöstlichen Sibirien bis hin zu den Aleuten vor Alaska gebräuchlich - dort zeigten sich Entdecker im Auftrage der russischen Zarin beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und Eleganz dieser Kleinboote. Aus Russland kommt auch der Name der Boote: Baidarka ist die Verkleinerungsform von Baidara, der Bezeichnung für die ebenfalls mit Haut bespannten, aber größeren und oben offenen Boote der Ukraine.
Die größere Verbreitung haben die Kajaks der Inuit gefunden. Das wichtigste Stück im Leben eines männlichen Inuit wurde meist für eine Person gebaut. Die übliche Länge betrug etwa 5 Meter. In einigen Gegenden der Aleuten und Südalaskas gab es auch Kajaks für 2 oder 3 Personen.
In seiner ursprünglichen Form war das Kajak ein Hautboot mit einem Gerippe aus Treibholz und einem wasserdichten Überzug aus Seehundhaut. Das Gerippe wurde mit Sehnen gebunden, und anschließend wurde die Bespannung des Bootes mit Lederriemen bzw. Sehnen vernäht. Der Jäger trug eine Bekleidung aus Häuten und Fellen, z.T. einem Anorak sehr ähnlich. An der Bootsöffnung mit dem Boot verschnürt, war ein beinahe wasserdichter Verschluß möglich. Die Rumpfform des Kajaks und diese Abdichtung ermöglichten auch eine besondere Technik des Wiederaufrichtens der Boote, die sogenannte "Kajakrolle".
Zur Ausrüstung gehörten das Doppelpaddel und die in Griffweite am Boot mit Lederriemen angebundenen Jagdgeräte wie Harpune, Fangspeer und Schwimmblase.
Mitte des 19. Jh. diente der Eskimokajak als Vorbild für die Entwicklung von Sportkajaks. 1934 wurde der Kajaksport vom Olympischen Komitee als olympische Disziplin anerkannt, und es fand bereits im gleichen Jahr der erste Kajakslalom in Osterreich auf der Donau statt. Der heutige Sportkajak ist in Holzschalen- oder Plastbauweise hergestellt.